Wartungsplan verstehen
Jedes Fahrzeug hat einen Wartungsplan, der definiert, wann welche Arbeiten fällig werden. Wir erklären die Systematik dahinter – verständlich und ohne Marketing-Sprache.
Fester vs. flexibler Wartungsintervall
Fester Intervall (zeitbasiert)
Alle 15.000 km oder 12 Monate – was zuerst erreicht wird.
- Einfach zu planen, unabhängig vom Fahrprofil
- Kein spezielles Longlife-Öl erforderlich
- Verbreitet bei: VW (Basis-Service), Opel, Ford, Renault
- Kürzere Intervalle können bei Kurzstrecke sinnvoll sein
Flexibler Intervall (zustandsbasiert)
Bordcomputer berechnet den Zeitpunkt anhand von Fahrprofil, Betriebsstunden und Motortemperatur.
- Bis zu 30.000 km oder 24 Monate möglich
- Erfordert Longlife-Öl (z.B. VW 504/507, BMW LL-04)
- Verbreitet bei: BMW, Mercedes, VW (Longlife), Audi
- Kurzstrecke verkürzt den Intervall erheblich
Was wird wann fällig?
Diese Übersicht zeigt typische Wartungsarbeiten und ihre üblichen Fälligkeiten. Die exakten Werte variieren je nach Hersteller und Modell – wir prüfen das individuell für Ihr Fahrzeug.
Kleine Inspektion
Motoröl und Ölfilter wechseln, Luftfilter prüfen, Sichtprüfung Bremsen/Fahrwerk/Beleuchtung, Flüssigkeitsstände prüfen, Fehlerspeicher auslesen.
Große Inspektion
Alles der kleinen Inspektion plus: Luftfilter wechseln, Innenraumfilter wechseln, Bremsflüssigkeit wechseln (alle 2 Jahre), Zündkerzen prüfen (Benziner), detaillierte Fahrwerksprüfung.
Verschleißteile
Bremsbeläge und ggf. Bremsscheiben, Zahnriemen oder Steuerkette (herstellerabhängig), Keilrippenriemen, Wasserpumpe (oft zusammen mit Zahnriemen), Getriebeöl (sofern vorgeschrieben).
Langzeit-Wartung
Stoßdämpfer, Traggelenke und Spurstangenköpfe (je nach Zustand), Kühlflüssigkeit erneuern, Turbolader und Injektoren prüfen (Diesel), DPF-Zustand bewerten, ggf. Getriebeöl-Komplettwechsel.
Service-Anzeige im Bordcomputer
Moderne Fahrzeuge berechnen den nächsten Servicetermin anhand von Betriebsdaten. Die Anzeige "Service fällig" oder "Inspektion in X km" basiert auf einem Algorithmus, der Fahrprofil, Motorölqualität, Betriebstemperatur und Zeitfaktor berücksichtigt.
Nach jeder Inspektion setzen wir diese Anzeige mit der Original-Herstellersoftware korrekt zurück. Das ist kein bloßes "Licht ausschalten" – der neue Intervall wird auf Basis der durchgeführten Arbeiten berechnet und im Steuergerät hinterlegt.
Bei einem universellen OBD-Tool wird oft nur der Zähler zurückgesetzt, ohne die korrekte Differenzierung nach Inspektionsumfang. Das kann dazu führen, dass der nächste Intervall falsch berechnet wird.
Besonderheiten nach Hersteller
Mercedes-Benz (ASSYST/ASSYST PLUS)
Mercedes verwendet das ASSYST-System: Der Bordcomputer berechnet den Servicebedarf individuell. Service A (kleine Inspektion) und Service B (große Inspektion) wechseln sich ab. Die Intervalle hängen stark vom Fahrprofil ab: 10.000 km bei Kurzstrecke bis 25.000 km bei Langstrecke. Reset und Serviceheft-Eintrag über das Original Mercedes Diagnosesystem.
VW / Audi / Skoda / Seat
VW-Gruppe: Fester Service (15.000 km / 12 Monate) oder Longlife-Service (bis 30.000 km / 24 Monate). Longlife nur mit VW 504/507-Öl und bei Modellen mit Longlife-Freigabe. Wichtig: Beim flexiblen Intervall muss exakt das vorgeschriebene Öl verwendet werden. Service-Reset über das Original VW/Audi Diagnosesystem.
BMW / Mini (CBS)
BMW nutzt das Condition Based Service (CBS) System: Der Bordcomputer überwacht einzelne Verschleißkomponenten getrennt – Motoröl, Bremsflüssigkeit, Bremsbeläge, Luftfilter haben jeweils eigene Restlaufzeiten. Kein starrer Intervall, sondern bedarfsgerechte Wartung. CBS-Reset ausschließlich mit dem Original BMW Diagnosesystem.
Individuellen Wartungsplan besprechen
Fahrzeugtyp, Baujahr und Kilometerstand nennen – wir ermitteln, was aktuell fällig ist.
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